Muss Medizin immer etwas mit Medikamenten zu tun haben?


Dr. Vet. Med. Ines Kitzweger

Naturheilkundliches Denken für Tier und Mensch


Anfang des 20. Jahrhunderts begann recht plötzlich ein Umdenken in der Medizin. Bis dahin war der Alltag von naturheilkundlichem Denken geprägt, doch dann wurde all dieses alte Wissen als Scharlatanerie und unwissenschaftliches Handeln bezeichnet und war ganz schnell verpönt. Auslöser für diesen Wandel war der zunehmende Einfluss der chemischen Industrie. Allen voran machten sich Herrschaften wie die Rockefellers und die Rotschilds, dank ihres enormen Reichtums, den sie als Ölbarone gewonnen hatten, die Universitäten gefügig, indem Sie Forschungsarbeiten finanziell unterstützen. Als gute Geschäftsmänner forderten sie aber selbstverständlich, dass Ihre Produkte aus der chemischen Industrie verwendet wurden. Nur dies galt als fortschrittlich, während alle anderen Methoden heruntergemacht wurden, bis viele von ihnen schließlich sogar in Vergessenheit gerieten.

 

Bestimmt gibt es Vieles, was wir der modernen Medizin verdanken. Gerade auf dem diagnostischen Sektor oder bei der Behandlung von akuten Notfällen möchte keiner von uns auf die Errungenschaften des letzten Jahrhunderts verzichten. Dennoch macht sich in zunehmendem Maße auch Unmut in der Bevölkerung breit, ob denn da nicht auch Vieles übertrieben werde.

Ich selbst kann in meiner Tierarztpraxis in den letzten 10 Jahren ein deutlich stärkeres Interesse erkennen, über die Notwendigkeit von Impfungen und Dauertherapien bei chronischen Erkrankungen laut nachzudenken und andere Meinungen einzuholen.

 

Dr. Google ist nicht unbedingt mein bester Freund, denn häufig ergoogeln sich hier Tierbesitzer die exotischsten Diagnosen, die in der Praxis äußerst unwahrscheinlich sind. Die Diagnosestellung muss nach wie vor dem Arzt (oder Tierarzt) vorbehalten bleiben, weil nur er, dank seiner umfassenden Ausbildung, den Überblick über die „anderen Möglichkeiten“ hat. Er ist quasi der Filter der Sinnhaftigkeit, der unbedingt erforderlich ist, um Googleergebnisse auf den individuellen Fall zu übertragen. Interessanterweise findet man häufig die wahrscheinlichsten Diagnosen bei bestimmten Symptomen auch gar nicht im Internet. Wahrscheinlich, weil sie zu unspektakulär sind, als dass sie jemand ins Netzt stellen würde. Dr. Google wirft daher oft haarsträubend schreckliche Dinge aus, die dann im eigenen Fall Gott sei Dank meist überhaupt nicht zutreffen.

 

Dennoch führt das Internet doch dazu, dass sich auch andere alternative Meinungen besser verbreiten lassen. Und das ist schön! Jedenfalls für jemanden wie mich, der sich seit fast 20 Jahren intensiv mit vielen alternativmedizinischen Methoden befasst. Allen voran die Klassische Homöopathie nach Hahnemann, zu der ich ganz zufällig gekommen bin.

 

Mein Sohn hatte vor mittlerweile mehr als 20 Jahren - als Baby - nach einer Keuchhustenimpfung eine recht hefige lokale Reaktion. Ich bin unserer Kinderärztin auch heute noch dankbar, dass sie von sich aus von einer weiteren Impfung daher abgeraten hat, denn ich selbst war damals noch nicht so weit, solche Reaktionen richtig einordnen zu können. Die folgenden zwei Jahre waren von ständigen Infekten geprägt. Mandelentzündung, dann wieder Mittelohrentzündung, dann wieder die Mandeln. Nach der fünften oder sechsten Antibiotika-Kur begann ich mir ernsthaft Sorgen zu machen und geriet eher zufällig zu einer Homöopathin. Am zweiten Tag einer neuerlichen Mittelohrentzündung bekam mein Sohn drei Globuli einer homöopathischen Arznei. Noch am gleichen Abend war er gesund – und zwar für die nächsten 12 Jahre! Alleine die Geschwindigkeit der Heilung – ich wusste ja mittlerweile genau, dass die Mittelohrentzündung davor immer mindestens 4-5 Tage dauerte – hat mich dermaßen beeindruckt, dass ich sofort die nächste Homöopathie-Ausbildung buchte. Übrigens hat natürlich nie ein Arzt erwähnt, dass die vielen Infekte möglicherweise mit der Impfung zusammenhängen könnten. Selbstverständlich kann ich das auch nicht beweisen, aber meine Beobachtungen am Tier, die ich in den letzten 15 Jahren sammeln konnte, lassen mich das stark vermuten.

 

Ich möchte aber weder Impfungen noch schulmedizinische Therapien verteufeln. Lediglich der unkritische Umgang mit Impfungen und Medikamenten, auf die man gut verzichten könnte, ist mir ein Gräuel. Wenn man viele Jahre mit Krankengeschichten chronischer Patienten beschäftigt ist und, wie in der Homöopathie üblich, ausführlichste Anamnesen erhebt, erkennt man mehr und mehr die Zusammenhänge im Krankheitsverlauf vieler Patienten. Wenn man komplizierte Krankengeschichten zurückverfolgt bis zum allerersten Problem, findet man davor häufig eine Impfung oder mehrere Behandlungen von banalen Infekten. Diese Zusammenhänge bleiben „herkömmlichen“ Tierärzten oder Ärzten oft verborgen, weil sie weder ausführliche homöopathische Anamensen erheben, noch Interesse am Ergebnis dieser Erforschung hätten, da es in der Universitätsmedizin ohnehin keinen Ansatz zur Behebung solcher Probleme gäbe. Doch für den klassischen Homöopathen wird es dann erst richtig interessant und die Suche nach der richtigen Arznei beginnt. Für viele chronisch kranke Tiere ist die Reduktion von Medikamenten schon der erste Schritt zur Besserung und welch eine Freude, wenn sich ganz verkorkste Fälle plötzlich in Wohlgefallen auflösen - nach der richtigen Arzneigabe! Leider gelingt es nicht immer, alle Probleme zu beheben, aber doch in sehr sehr vielen Fällen.

 

Neben der Homöopathie gibt es aber noch viele anderen alternativmedizinische Möglichkeiten Patienten zu helfen – egal ob Mensch oder Tier.

 

Stellen Sie sich vor, wie schrecklich für die Pharmaindustrie, wenn sich das herumsprechen sollte…